Donnerstag, 23. August 2012

Ich gehe fremd

Geb ich ganz offen zu ....
Obwohl zu alt, um ein echter Hiddlestoner zu sein (All the sweet young fangirls!) werde ich dennoch meinem Liebling Gary Oldman untreu ;-)
Schon seit fast drei Jahren mit dem Narren verbandelt, lerne ich den Loki in ihm so richtig zu schätzen (eheheheheee) und fange an, Loki Fanfiction zu schreiben.
Sorry.
Muss einfach sein.
Ich brauche übrigens unbedingt jemanden zum Betalesen meiner englischen Übersetzungen! Freiwillige vor!


01.

Er lag reglos im Gras.
Sein heruntergestürzter Körper hatte einen Krater in den Boden gedrückt.
Die Beine grotesk angewinkelt, die Arme von sich gestreckt wirkte er wie tot.
Tilda atmete erleichtert auf, als seine Augen sich langsam öffneten.
Gott sei Dank“, dachte sie.
Er drehte stumm den Kopf herum, betrachtete im Liegen die ländliche Umgebung, bis sein Blick an Tilda hängen blieb.
Sie strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr und versuchte aufmunternd zu lächeln.
„Wo bin ich hier?“ Seine Stimme war nur ein Ächzen.
„Midgard, Eure Hoheit.“, brachte Tilda heraus.
Seine blauen Augen starr gen Himmel gerichtet, überlegte er einen Augenblick.
„Ist das ein Scherz?“.
„Nein, Eure Hoheit.“ Tilda beugte sich zu ihm hinunter und streckte einen Arm aus. Sie sah, wie ihre Hand zitterte, sah, wie auch er es bemerkte.
Ein dünnes Lächeln hellte sein Gesicht auf, als er ihre Hand ergriff und sich hoch helfen ließ.
 
„Erkläre es mir denn“, befahl er und begann, seine Kleidung abzuklopfen. Sein schöner smaragdgrüner Mantel war ruiniert.
Tilda spürte, wie ihr Gesicht zu glühen begann, als sie erklärte:
„Euer Bruder meinte, es würde Euch gut tun, auch einmal Ameise zu spielen. Ähm …“
Sie trat von seinem Gesichtsausdruck erschreckt zurück und sprach schnell:
„Nachdem Ihr auf unserem Ameisenhaufen wie ein Achtjähriger im Wald rumgetreten seid – Eure Hoheit.“
„So!“, rief er aus. Seine Augen funkelten rot. Mit geballten Fäusten stand er vor ihr und drehte sich nach Fassung ringend um seine Achse. „Das wagt er also!“
„Nur für eine Weile, Eure Hoheit“, warf Tilda ein.
Seine Augen wurden langsam blau, seine Gesichtsfarbe rosiger und sein Blick glitt weit über die Landschaft. „DAS wird nicht mehr nötig sein, denke ich“, flüsterte er.
Tilda kam vorsichtig näher. „Ich verstehe nicht, Eure Hoheit.“
Seine Miene bitter und ohne Würde, sagte er: „Eben dieses.“ Er sah zu seinen Händen hinunter. „Kein Gott, kein König mehr.“
 
Tief einatmend sah er sich bewusst um, bemerkte Tildas Blockhütte, den Schuppen daneben, warf einen abschätzigen Blick auf das Beet unter dem Küchenfenster.
Er wirkte in diesem Moment so einsam und ängstlich, ja sogar kindlich, das Tilda das Bedürfnis verspürte, ihn irgendwie zu trösten.
„Aber doch noch ein Prinz, Mylord“, flüsterte sie und berührte vorsichtig seinen Oberarm.
„Ist das so, Sterbliche?“
„Euer Geburtsrecht könnt Ihr nicht leugnen –“
„Sprich nicht von Dingen, die Du nicht verstehst!“
„Doch“, sagte sie und suchte seinen Blick. „Ich verstehe.“
Er zog eine Augenbraue hoch und lachte höhnisch.
„Was daran solltest Du verstehen? Ich war ein Gott, zum Herrschen geboren!“
Tilda wies auf seinen Brustpanzer.
„Und hier drin werdet Ihr immer ein Gott bleiben. Und dort drinnen“, und dabei zeigte sie auf seinen Kopf, „werdet Ihr auch einen Weg zurück finden.“
Er schaute zu ihr hinunter, als sähe er sie zum ersten Mal.
„Warum gibst Du mir diesen Trost? Wer bist Du?“
„Ich gebe Ihn Euch, weil es das ist, was Ihr braucht, mein Prinz. Ich bin Tilda, die Mythensammlerin, und ich werde Euch zur Seite stehen.“
 
Er legte seinen Kopf schief und fragte: „Mythensammlerin?“
Sie nickte langsam.
„Seit mir meine Großmutter Euer Leid als Gutenacht-Geschichte erzählte und ich mich in den Schlaf weinte – seitdem sind die Götter im Allgemeinen und Ihr im Besonderen mein Leben.“
Tilda biss sich auf die Zunge, als sie seinen fragenden Gesichtsausdruck sah. Hatte sie zu viel gesagt?
„Was für Geschichten ließen Dich weinen, Sterbliche?“
„Die Bestrafung. Dafür, dass Ihr der Streitsprecher seit. Dass Ihr als einziger mutig wart, die Wahrheit zu enthüllen, die kein anderer Gott hören wollte.“
Tilda stockte. Tränen der Erinnerung brannten in ihren Augen und sie wischte sie unwillig fort.
Sei nicht so weich!“, ermahnte sie sich.
„Die Folter dafür“, erklärte sie weiter. „die Ketten – das Gift, welches Eure Gestalt zu zerstören versuchte.“
„Lügen! Dumme Lügen von Narren, immer wieder und wieder erzählt, bis ihr Menschlein es glaubtet!“, rief er. Die Hände in den Hüften gestemmt, musterte er sie.
„Ihr nennt mich den Narren – aber wer ist hier der Narr?“ Er lachte laut auf. „Gab es da nicht ein Sprichwort?“
„Ja, mein Prinz.“, sagte sie.
„Wirst Du mich weiterhin so anreden?“
„Ja, mein Prinz.“
„Gut.“
 
Er rieb seine Hände, drehte sich abermals herum und besah sich die Fichten und Berge um ihm herum. „Wildnis!“, spuckte er aus.
Tilda musste ihm recht geben. Aber dies war der richtige Ort für ihn – und für sie. Sie hatte ein Buch zu schreiben und er ...
„Bin ich hier ganz alleine mit Dir?“, unterbrach er ihren Gedankengang.
„Ja, mein Prinz.“ Ihr war der lauernde Unterton nicht entgangen.
Lächelnd trat er nah an sie heran und hob die Hand.
Tilda versteifte sich. Für eine Sekunde glaubte sie, er – ER – würde ihr Gesicht berühren.
Doch er strich ihr nur die rote Haarsträhne, die ihr aus dem Haargummi entkommen war, zurück.
Er grinste über ihre Reaktion und murmelte: „Was könnte ich da alles anstellen?“
 
„Holz hacken“, platzte es aus Tilda heraus.
Großartig!“, dachte sie. „Wollte ich ihm das nicht schonend beibringen?
Er ging auf Abstand und sah sie verwundert an. „Wie bitte?“
Tilda schlug ihre Arme schützend um ihren Oberkörper. „Ja“, piepste sie. „Wie Euer Bruder es bestimmte.“
Mit brennendem Gesicht sah sie, wie er mit den Augen rollte und drehte sich um. Mit schnellen Schritten ging sie Richtung Schuppen, darauf hoffend, das er ihr folgen würde.
DAS wird jetzt peinlich“, dachte sie und lauschte seinen hinterher kommenden Schritten.
Ich hab mich doch wohl verhört!?“, rief er ihr zu.

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